„Existenzsicherung neu denken – Hartz IV überwinden“ – mit „Ermutigung und Respekt“ und den notorischen „Anreizen“…

… auf die kann der Vorschlag der Diakonie Deutschland, wie so viele Vorschläge, nicht verzichten. Dabei verkehrt die Rede von „Anreizen“ gerade das Ziel, das ebenfalls in der Stellungnahme formuliert ist: Ermutigung. Hier hätte durchaus ganz nüchtern von wirklicher Beratung die Rede sein können, denn eine solche ist immer auch ermutigend, weil sie sich auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Klienten bezieht und nicht auf abstrakte Ziele, die für ihn nicht relevant sind. Eine solche Beratung setzt auf die wie stark auch immer eingeschränkte Autonomie – das tut auch diese Stellungnahme. Deswegen wird diesbezüglich auch von einem Arbeitsbündnis gesprochen (siehe auch hier). Was Klienten nicht benötigen, ist die großzügig wohlmeinende Geste derer, die meinen, ihnen etwas Gutes zu tun, noch verbunden mit erzieherischen Anliegen.

Die Diakonie hatte in den letzten Jahren verschiedene Veranstaltungen zur Diskussion um Bedingungsloses Grundeinkommen organisiert, siehe hier.

Sascha Liebermann

„Hartz IV-Sätze lebensnah berechnen – Diakonie stellt Alternativ-Modell vor“…

hier geht es zu den Berechnungen der Diakonie. Die Angemessenheit von Beträgen ist das eine, wie ist es aber mit den Bereitstellungsbedingungen, welchem Zweck folgen sie?

Immerhin hatte die Diakonie verschiedene Fachtagungen zum Grundeinkommen veranstaltet, die dafür sprachen, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung angestrebt wird, hier die erste Fachtagung (hier das Programm), hier die zweite (beide Aufzeichnungen dauern etwa fünf Stunden). Eine dritte sollte im vergangenen April stattfinden, dazu konnte ich keine Aufzeichnungen finden.

Sascha Liebermann

„Grundeinkommen – die psychologische Sichtweise“ – Veranstaltung der Diakonie Deutschland am 24. April

Weitere Informationen finden Sie im Faltblatt.

Siehe auch den Ankündigungstext mit Verlinkungen beim Archiv Grundeinkommen:

„Fachtag, 24. April 2020 // 10.00 bis 15.30 Uhr // Berlin
Die Diakonie Deutschland diskutiert auf einer Reihe von Fachtagen das Thema Grundeinkommens. Im vergangenen Jahr analysierte die Diakonie verschiedene Grundeinkommensmodelle, die sie auf ihre sozialpolitischen Auswirkungen hin prüfte. Auf diesem Fachtag steht die psychologische Sichtweise im Vordergrund:
· Was würde es für die Menschen bedeuten, wenn es ein Grundeinkommen gäbe?
· Verändert sich die Arbeitsgesellschaft so, dass ein Grundeinkommen nötig ist?
· Was sagen die Menschen zur Perspektive eines Grundeinkommens?
· Was bewirkt ein Grundeinkommen für das Miteinander?

Lioba Gierke studierte Psychologie an der HU Berlin. Sie hat in ihrer Masterarbeit die Akzeptanz eines Grundeinkommens aus psychologischer Perspektive empirisch erforscht. In ihrer Forschung hat sie mit „Mein Grundeinkommen“ zusammengearbeitet und ihre Kenntnisse in die Projektgruppe „Grundeinkommen“ der Diakonie Deutschland eingebracht. Diese Veranstaltung gibt Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer Arbeit kennenzulernen und zu diskutieren.
archiv-grundeinkommen.de: Flyer (pdf, 3 Seiten)
eveeno.com: Anmeldung
researchgate.net: Bedingungsloses Grundeinkommen – Überblick und Plädoyer für eine psychologische Sichtweise

„Fachtagung Grundeinkommen“ der Diakonie Deutschland in Berlin…

…die Veranstaltung findet am 23. Mai statt, hier finden Sie das Programm.

Anmeldung online.

Aus der Ankündigung:

„Deutschland diskutiert über Grundeinkommen – bedingungslos, solidarisch, ganz, oder gar nicht. Hartz IV steht auf dem Prüfstand: reformiert, kritisiert, gelobt, überwunden. Große Lösungen werden gefordert: eine Sozialpolitik, die endlich alles besser macht, alle Probleme löst, alle Erwerbslosen in Arbeit bringt und alle Armen aktiviert.“

Mitwirkende Referenten bzw. Diskutanten: Stefan Bach (DIW), Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen), Pascal Kober (MdB, FDP), Sascha Liebermann (Alanus Hochschule), Michael Opielka (Institut für Sozialökologie), Franz Segbers (Sozialethik), Wolfgang Strengmann-Kuhn (MdB, Bündnis 90/ Die Grünen).