„Arbeit: wie geht es besser“ – WDR Die Story auch über das Grundeinkommen…

…hier geht es zum Video. In einem Interviewausschnitt äußert sich auch die Soziologin Sabine Pfeiffer über das Bedingungslose Grundeinkommen (Minute 38) – manchmal kann man über die Flachheit von Einwänden nur staunen, sichtbar wird darin aber auch der Paternalismus, der das Denken über Sozialpolitik beherrscht, Paternalismus im Mantel der Fürsorge selbstverständlich.

Sascha Liebermann

„Great idea: let’s not do it“ – Widerquist on Buttigieg

„Wir übersehen die positiven Seiten der Arbeit“ – oder überschätzen ihre Bedeutung…

…so könnte auf den Titel eines Interviews mit Lisa Herzog, Professorin für Politische Philosophie an der Hochschule für Politik in München, das im vergangenen Februar auf Zeit Online veröffentlicht wurde, entgegnet werden. Das ganze Interview dreht sich nur um Erwerbsarbeit, anderes kommt nicht vor, das ist als solches schon erstaunlich, vielleicht aber auch ausdrücklich der Fokus des Buches, das den Hintergrund bildet. An einer Passage lässt sich deutlich machen, was in meinen Augen durcheinander geht:

„Herzog: Wir verstehen Arbeit ja meistens eher instrumentell: Ein bestimmter Job ist dafür da, dass bestimmte Dinge erledigt werden – etwa dass der Müll abgeholt wird oder Flure geputzt werden. Aber Arbeit hat immer auch damit zu tun, dass wir in ihr bestimmte Formen von Gemeinschaft erleben. Arbeit kann uns die Gelegenheit geben, gemeinsam mit anderen Widerstände zu überwinden und Dinge zu schaffen. In einer modernen Gesellschaft ist die Arbeit sehr stark geteilt. Die einzelnen Tätigkeiten greifen ineinander und bedingen einander. Wir arbeiten also immer mit der Hilfe anderer und für andere. Dieser soziale Aspekt der Arbeit ist in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig beleuchtet worden.“

„Instrumentell“ klingt hier negativ, dabei ist doch genau die Bewältigung der Aufgabe ein Positivum, ein Dienst wird damit bereitgestellt. Wer Arbeit darauf bezogen betrachtet, hat ihren Sinn erfasst, für andere etwas zu leisten. Ihr fehlt an dieser Betrachtung das Gemeinschaftliche, das zur Arbeit gehört. Wer aber bestreitet, dass dies durchaus als wichtig wahrgenommen wird, die arbeitsteilige Erledigung unerlässlich ist?

„Wir übersehen die positiven Seiten der Arbeit“ – oder überschätzen ihre Bedeutung… weiterlesen

„Aber eine gute Beziehung aufzubauen, braucht schon Zeit“ – ein anderer Blick auf Schule…

…von Remo Largo in einem Interview für Das deutsche Schulportal. Largo, emeritierter Professor am Zürcher Kinderspital, hat mehrere Jahrzehnte die Zürcher Longitudinalstudien zur kindlichen Entwicklung geleitet und sich schon öfter zu Fragen des Lernens und der Schule geäußert, siehe auch hier. Ähnlich wie seine Überlegungen klingen Ulrich Oevermanns Argumente dafür, die Schulpflicht abzuschaffen, siehe hier. Der Leistungsdruck ist nicht ohne die Bedeutung von Erwerbstätigkeit zu verstehen, die Art der Schule ist damit alleine aber nicht zu erklären, denn kaum ein Land kennt eine so rigide Schulpflicht wie Deutschland, in der ihre Einlösung an staatliche Schulen und vergleichbare anerkannte gebunden ist. Homeschooling ist nicht vorgesehen.

Sascha Liebermann

„Arbeitslosigkeit und Rente“ – ein Einblick in die Untiefen der Sicherungssysteme…

…gibt Johannes Steffen auf dem Portal Sozialpolitik Aktuell. Der Beitrag zeigt, wie komplex das System der Sicherung in Deutschland ist, in dem Sozialversicherungs- und Bedürftigkeitsprinzip miteinander kollidieren. Um so deutlicher wird daran, welche Möglichkeiten ein Bedingungsloses Grundeinkommen eröffnen würde.

Sascha Liebermann