In jüngerer Zeit waren mehrere Beiträge in großen Tageszeitungen zu lesen, die die Schulpflicht, wie sie in Deutschland ausgelegt wird, verteidigen. Anlass war die von der AfD im Vorfeld der Wahl in Sachsen-Anhalt formulierte programmatische Forderung, die Schulpflicht abzuschaffen und stattdessen eine Bildungspflicht einzuführen (AfD Programm zur Wahl, S. 86 f.; siehe auch das Programm zur Bundestagswahl 2021, S. 159,). Dieser Vorschlag rief schnell entsprechende Reaktionen hervor und wurde teils unvollständig wiedergegeben. Zumindest im Programm sind regelmäßige Prüfungen vorgesehen, die Schüler ablegen müssen, um den Stand ihres Entwicklungsforschritts zu ermitteln. Auch müsse der „Hausunterricht“, wie es dort genannt wird, dieselben Qualitätsstandards erfüllen wie die Schule, ist das nicht der Fall, müsse ein Kind die Schule besuchen. Das klingt nach allem, nur nicht nach laxer Handhabung. Es sei dahingestellt, wie ernst es die AfD damit meint, denn die rhetorischen Einlassungen geben auch zu erkennen, dass eine Dagegenhaltung gepflegt wird, also gegen die „Altparteien“. Uns interessieren hier die heftigen Reaktionen dagegen, gleichen sie in mancher Hinsicht denen gegen das Bedingungslose Grundeinkommen und die direkte Demokratie, letzteres auch etwas, das die AfD „wagen“ will (S. 136 f.), weil es andere aufgegeben haben, wie z. B. Bündnis 90/ Die Grünen 2020.
