Nicht ganz neu, aber informativ für den Einstieg, eine Doku zum Bedingungslosen Grundeinkommen:https://t.co/b5q8zK7wdJ?
— Sascha Liebermann (@SaschaLieberman) March 14, 2026
Kategorie: Bedingungsloses Grundeinkommen
„Grundeinkommen und Kontrolle“…
…ein Beitrag von Jan Schulz-Weiling auf der Website des Magazins Multipolar.
Die Sorge darum, dass ein BGE letztlich dazu dienen könne, dem „Staat“ ein wichtiges Kontrollmittel über die Bürger zu liefern, ist nicht neu und wurde schon früh in der Diskussion geäußert. Eine Steigerung von der bloßen Sorge zur Gewissheit, dass dies auch so sein und nur deswegen ein BGE in Betracht gezogen werde, vollzog sich im Zusammenhang mit der Diskussion um ein „great reset“, das oligarchischen Akteuren aus der Techbranche oder Wirtschaftsführern nun endlich die Möglichkeit biete vergleichbar dem Social Credit-System eine umfassende Kontrolle einzuführen. Ebenso früh wurde in der Diskussion schon darauf aufmerksam gemacht, dass ein BGE keine eierlegende Wollmilchsau sei und die Hoffnungen in diese Richtung eine Überladung der Idee bedeuten, denn jede Idee, jeder Vorschlag könne für andere Ziele missbraucht oder zweckentfremdet (siehe auch hier) werden. Sobald ein BGE durch die Hintertür wieder mit Gegenleistungsbedingungen verknüpft werde, sei es eben kein BGE mehr, das die Bezeichnung verdiene. Insofern stellt sich die Frage, was ein Beitrag, der sich mit dieser Frage nun erneut befasst, denn Neues liefern könne.
Der Autor des Beitrags im Multipolar-Magazin spricht sowohl vom BGE als auch vom Grundeinkommen, was sogleich in Missverständnisse führt, wie man an den historischen „Vorläufern“ erkennen kann, die für diesen Vorschlag angeführt werden, die keine wirklichen Vorläufer sind, zumindest was den heute diskutierten Vorschlag betrifft – weder Thomas Morus noch die Negative Einkommensteuer.
Inwiefern kommt hier nun die Kontrollfrage ins Spiel?
Bismarck, so der Verfasser, habe die Sozialversicherungen nicht aus „altruistischen Motiven“ eingeführt, womit er wohl ihre Diskreditierung vorbereiten will, wobei man hier herausheben muss, dass der Reichstag die Gesetzesvorschläge verabschiedete. Es ist also nicht Bismarcks Leistung, dass sie eingeführt wurden. Darüber hinaus sind solche Gesetze nicht mit den Motiven gleichzusetzen, die der Initiator damit verbindet, sie stehen in ihrer strukturellen Bedeutung für sich und können sich gegen die Motive wenden bzw. weit über sie hinausreichen. Motive diskreditieren also ein Gesetzesvorhaben nicht. Auch dass Regierungen auf „Unmut in der Bevölkerung“ reagieren, diskreditiert diese Vorhaben nicht, denn Regierungen sollten auf Unmut reagieren, sofern es für diesen gute Gründe gibt.
Schulz-Weiling zeichnet in dem Beitrag ein sehr einfaches Bild von der Macht einer Regierung, ohne zu berücksichtigen, dass auch etwaige Rücknahmen einst eingeführter Leistungen Gefolgschaft finden, also als angemessen oder berechtigt betrachtet werden müssen, um Bestand haben zu können. Man muss sich nur vor Augen führen, wie selbst von den Sanktionen des Bürgergelds Betroffene diese verteidigen oder für berechtigt halten, weil es doch Missbrauch gebe.
Fachtag „Bedingungsloses Grundeinkommen und Soziale Infrastruktur?!“…
…in Dortmund, am 24.1.2025, von 9.00–20.30 Uhr, Veranstalter sind:
Die Fachhochschule Dortmund in Partnerschaft mit FRIBIS , dem Netzwerk Grundeinkommen Deutschland und dem Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – BIEN Austria. Zu den seitens des FRIBIS maßgeblich beteiligten Personen gehören Margit Appel, Ronald Blaschke, Ute Fischer und Gudrun Kaufmann vom FRIBIS Team care.
Aus der Ankündigung:
„Jetzt erst recht
Der Streit um den Haushaltsentwurf der Bundesregierung, das Ampel-Aus, Verpflichtungen durch akute Krisen wie den Ukraine-Krieg, Wirtschaftsflaute und drohende Umsatzeinbußen durch den Ausgang der US-Wahl lassen scheinbar keinen Spielraum für sozialpolitische Forderungen oder gar visionäre Höhenflüge. Aber gerade diese Krisen verweisen auf die Sackgassen, in die eine Sparpolitik führt: nicht zuletzt der Rechtsruck in Teilen des Landes zeugt von den Folgen starker Verunsicherung und existenzieller Sorgen. Vor diesem Hintergrund sind offene Diskussionen und ein beherztes Nachdenken über Zukunftsalternativen umso dringlicher. Dieses Vorhaben setzt sich der Sozialpolitische Fachtag in Dortmund als Agenda und Ziel.“
Nähere Informationen finden Sie hier.
„Arbeit – Care – Grundeinkommen“…
…Vortrag von Ute Fischer im Rahmen der Ringvorlesung an der Universität Wien zum Bedingungslosen Grundeinkommen, am 23. Oktober.
Kleine Zusammenfassung der Vorteile
Aufs Studium konzentrieren können? BGE.
Startup noch nicht kostendeckend? BGE.
Zeit für Kinder? BGE.
Wissenschaft ohne Karriere? BGE.
Voll und ganz Ehrenamt? BGE.
Innovation noch ohne Markt? BGE.#BGE #Grundeinkommen #Buergergeld
— BGE Eisenach (@bge_esa) March 28, 2024
Eine andere Ausgangslage
Die Ausgangslage ist bei beiden jedoch unterschiedlich: Im ersten Fall dienen Sanktionen dazu, die Abweichung von der Erwerbsnorm zu markieren, die Bezieher sollen ihr auf lange Sicht wieder folgen, (1/2)
— Sascha Liebermann (@SaschaLieberman) December 31, 2023
„Bedingungsloses Grundeinkommen und Demokratie“ – Audiomitschnitt online verfügbar…
…der gleichnamigen Veranstaltung, organisiert von der Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein Main. Podiumsgäste waren:
- Prof. Dr. Sascha Liebermann, Soziologe, Mitglied der Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung
- Dr. Eva Douma, Business Coach und Unternehmensberaterin sowie Autorin des Buches Sicheres Grundeinkommen für alle – Wunschtraum oder realistische Perpektive?
- Sarah Händel, Politikwissenschaftlerin und Mitglied im Bundesvorstand von Mehr Demokratie e.V.
- Anne Herpertz, Politikwissenschaftlerin und Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland
Stand der Unterschriftensammlung zur Volksinitiative in der Schweiz…

…darüber berichtet das Initiativkommitee auf der entsprechenden Website. Neun Monate sind zum Sammeln noch Zeit.
Das Initiativkommitee scheint einen anderen Weg zu beschreiten als die Initianten der ersten Eidgenössischen Volksinitiative oder es wird darüber einfach wenig berichtet.
Die erste Initiative setzte gezielt auf öffentliche Auftritte und inszenierte die Kampagne geschickt (siehe auch hier), und zwar nicht nur zum Sammeln, noch stärker war dies vor der Abstimmung im Jahr 2016.
Abseits dieser Inszenierung, die zu einer solchen Kampagne dazu gehört, ist das Sammeln von Unterschriften in einer derart verfassten Demokratie wie der Schweiz eindrucksvoll. Ich hatte damals Gelegenheit, einige Stunden das Sammeln am Basler Hauptbahnhof zu unterstützen, hier mein Bericht dazu.
Sascha Liebermann
Wie wahr
Es heißt nicht umsonst „Bedingungsloses Grund Einkommen“. Es heißt nicht „Wohlverhaltenseinkommen“
— Petra L.#StandWithUkraine (@PeLo0307) April 22, 2022
