Der @Landtag_LSA diskutiert über Corona-Hilfen: Die Auszahlung dauert zu lange, sagen die einen. Es muss alles rechtssicher sein, entgegnen die anderen. Gesprochen wurde auch über ein monatliches Grundeinkommen. @LDeutschlaender zum Stand der Debatte https://t.co/Hfp75wZxg0
— MDR SACHSEN-ANHALT (@MDR_SAN) November 20, 2020
Es wird sich zeigen müssen, was aus dem „Leitbild bedingungsloses Grundeinkommen“ folgen wird
Fast 3 Jahre ist es her, dass ich Robert Habeck gefragt habe, ob in seiner Partei ein Platz für das #Grundeinkommen ist. Er wollte mir keine Mehrheit versprechen.
Die haben wir vom @Gruenes_GE uns nun selbst verschafft. Vielen Dank an alle Beteiligten!
— Baukje (@BaukjeDobbie) November 22, 2020
Garantiesicherung orientiert sich „an der Leitidee eines Bedingungslosen Grundeinkommens“
Wir haben es geschafft!
Mit großer Mehrheit hat die #dbdk20 den Satz
„Dabei orientieren wir uns an der Leitidee eines Bedingungslosen Grundeinkommens.“
in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen!#GrundeinkommenIstGrundsatz
Ich danke allen, die dazu beigetragen haben.#Grundeinkommen— Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (@W_SK) November 22, 2020
Siehe auch die Fragen und Antworten zum Tweet sowie den Unterschied zwischen den Anträgen hier. Der angenommene Vorschlag unterscheidet sich nur durch einen Satz am Ende vom Vorschlag des Bundesvorstandes.
„Garantiesicherung lockert, doch scheut überfällige Reform Richtung Bürgerversicherung“
Danke an @W_SK und #GrundeinkommenWirdGrundsatz! Freilich: Die #Elite #Machthabenden der #Grünen kämpfen seit Jahrzehnten gegen #Grundeinkommen und für #Workfare #Hartz4. #Garantiesicherung lockert, doch scheut überfällige Reform Richtung #Bürgerversicherung https://t.co/DLXdghIojH
— Michael Opielka (@MichaelOpielka) November 22, 2020
Böckenförde und die Voraussetzungen der freiheitlichen Demokratie – und die Grünen?
Liebe Grüne, Böckenförde hatte da so eine Ahnung:#dbdk20 #Grundeinkommen pic.twitter.com/qnrSYr0YT7
— Hans-Florian Hoyer (@hfhoyer) November 22, 2020
Siehe auch unseren Beitrag dazu hier.
Grüninterner Disput über Ablehnung von Volksentscheiden – fast wie beim Grundeinkommen…
Die Denunziation von direkter Demokratie hat mit emanzipatorischer, freiheitlicher Politik auch nichts zu tun. Abraham Lincoln sprach von einem „Recht des Volkes auf Revolution“. Und bei uns sollen die Bürger*innen noch nicht mal durch Einzelentscheidungen innerhalb einer … https://t.co/Vmm8aduW7w
— Reinhard Bütikofer (@bueti) November 22, 2020
…dazu hatte sich Bütikofer einst geäußert vergleichbar der Ablehnung, die er heute kritisiert, siehe hier. Wie Özdemir und Trittin zum Grundeinkommen bislang standen finden Sie hier und hier.
Sascha Liebermann
„Warum die Garantiesicherung nicht die Lösung ist – Stephanie Aeffner“ – über Folgen der Bedürftigkeitspüfung durch Erwerbsgebot
Eine Botschaft an alle Delegierte der #dbdk2020
Der Unterschied zwischen Grundsicherung Bedarfsgeprüft und einem Grundeinkommen auf Basis von Vertrauen.
https://t.co/KTLTh8448J— Grünes Grundeinkommen (@Gruenes_GE) November 21, 2020
Diese Stellungnahme zeigt, welche Verwerfungen eine Bedürftigkeitsprüfung mit sich bringen kann, wenn Antragsteller auf Sachbearbeiter treffen, die nicht verstanden haben, dass sie der Sicherung eines Rechtsanspruches dienen. Es sind aber zugleich Verwerfungen, die durch das Erwerbsgebot befördert werden, weil nun die Integrität des Einzelnen mit dem Erwerbsgebot kollidiert. Eine Garantiesicherung würde aber immerhin die Erwerbsbereitschaft nicht mehr zum Kriterium erheben und damit den normativen Charakter der Absicherung verändern im Verhältnis zu heute, wenngleich die Erwünschtheit von Erwerbstätigkeit als vorrangige Enkommensquelle bestehen bliebe. Stigmatisierungseffekte würden dadurch gemildert, aber nicht aufgehoben.
Vor mehr als zehn Jahren hatte Martina Steinheuer sich zu „Grundeinkommen und Behinderung“ deutlich geäußert.
Sascha Liebermann
Die Grünen streichen Volksentscheide aus ihrem Grundsatzprogramm
#dbdk20: @Die_Gruenen kippen die Forderung nach bundesweiten Volksentscheiden aus ihrem Grundsatzprogramm. #volksentscheid pic.twitter.com/ZZsovGkUgp
— Mehr Demokratie e.V. (@Volksentscheid) November 22, 2020
„Grün. Europa! Grundeinkommen?“ – Video zur Veranstaltung online verfügbar
„Comeback des Grundeinkommens“ – Befürworter sind nicht dasselbe wie „Fans“
Ulrich Schulte schreibt in der taz über den bevorstehenden Parteitag der Grünen, auf dem das neue Grundsatzprogramm beschlossen werden soll. Das Grundeinkommen spielt in einigen Anträgen eine Rolle, der Bundesvorstand allerdings – Annalena Baerbock und Robert Habeck – hat sich dagegen ausgesprochen und favorisiert eine Garantiesicherung. Schulte schreibt dann unnötig unsachlich:
„Ein Grundeinkommen, versprechen seine Fans, könne das komplexe System der deutschen Sozialleistungen ersetzen, gebe allen Menschen Sicherheit und ermögliche Selbstverwirklichung frei vom Zwang der Lohnarbeit. Auch Parteichef Habeck hegt dafür Sympathien. Schon 2010 dachte er in seinem Buch „Patriotismus. Ein linkes Plädoyer“ über ein Grundeinkommen nach, das nur an eine einzige Bedingung geknüpft ist: sich weiterzubilden.“
Zum einen ist der Ausdruck „Fans“ hier geradezu degradierend, als gehe es nicht um Argumente, sondern um identifikatorische Bejubelung. Auch soll ein BGE in den wenigsten Fällen das gesamte System der Sozialleistungen ersetzen – das wäre leicht nachzulesen gewesen. Auf der anderen Seite wird hier etwas deutlich, was schon in früheren Vorschlägen bei den Grünen zu erkennen war. Habeck verknüpfte seine frühere Befürwortung eines Grundeinkommens (genauer wird er in seinem Buch nicht) mit einer Bildungspflicht. Ähnlich sah schon ein früherer Vorschlag einer Grünen Grundsicherung eine Kitapflicht vor (siehe dazu hier und hier). Da ist ein Rest an fürsorglicher Bevormundung zu erkennen, als gäbe es nicht schon lange eine Diskussion über Sinn und Unsinn einer solchen Verpflichtung, in der gewichtige Argumente negative Folgen einer Schulpflicht deutlich machen, die Grundlage des deutschen Schulwesens ist.
Frühere Beiträge zur Garantiesicherung finden Sie hier.
Sascha Liebermann
