…darüber schreibt Alina Leimbach in der taz.
Autor: Sascha Liebermann
„So stark kann Arbeitslosigkeit die Gesundheit belasten“ – aber weswegen?
So wichtig diese Feststellung auf der Website der Sendung quarks ist, so genau muss doch auf die Erklärung dafür geschaut werden. Im Beitrag geht es um den Wandel der Arbeitswelt, den Arbeitsplatzverlust durch die Folgen der Maßnahmen in der Pandemie, aber auch um solche der Digitalisierung, also auch Automatisierung, und der Arbeitslosigkeit als solcher. „Als solcher“ – hier genau ist der Haken einer verkürzten Betrachtung, denn Arbeitslosigkeit bedeutet heutzutage nicht einfach „ohne Arbeitsplatz“ zu sein. Der Verlust des Arbeitsplatzes kommt einer normativen Degradierung gleich, dem Versetztwerden in einen unerwünschten Zustand. Genau das wird in dem Beitrag nur wenig berücksichtigt:
„Viele Forschende gehen davon aus, dass sich Arbeitslosigkeit auch auf das Netzwerk der Menschen auswirkt. Das liegt zum einen daran, dass der Kontakt zu Kollegen und Kolleginnen verloren geht. Aber auch Beziehungen, die gar nicht im Arbeitsumfeld entstanden sind, können kaputtgehen.“
An anderer Stelle wird von „Schamgefühlen“ gesprochen, die mit Arbeitslosigkeit einhergehen, ja, aber weshalb denn?
„‚Schamgefühle durch die Arbeitslosigkeit sind ein weiterer Grund, der eine Teilhabe erschwert– und zwar auch bei jenen, die noch in Lohn und Brot stehen. „Dadurch kann der Abbruch der Beziehungen von beiden Seiten ausgehen“, so die Forschenden.
Viele Arbeitslose fühlen sich zudem stigmatisiert.
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Automatisierung ist unter anderem dann unproblematisch, wenn die Existenz abgesichert ist…
Nicht die “Jobvernichtung” an sich ist das Problem, sondern Existenzkrisen, in die Entlassene fallengelassen werden… es gibt viele überflüssige “Jobs”, die NUR “der Wirtschaft” DIENEN…
Wirklich essentiell und überfällig ist ein BEDINGUNGSLOSES Grundeinkommen für ALLE…#BGE https://t.co/2Jg6Bi5KGU
— Tülay Kersken (@tusk1960) April 8, 2021
…denn die Bereitstellung von standardisierten Gütern und Dienstleistungen ist entscheidend, nicht ob dies durch menschliche Arbeitskraft oder durch Maschinen geschieht. Heute hingegen hängen an den Arbeitsplätzen nicht nur die Einkommen, es hängt an ihnen auch die Anerkennung dafür, wie das Einkommen erzielt wurde. Erwerbstätigkeit gilt als ethisch geboten, es hat einen normativen Status, daher auch die Stigmatisierung derer, die ihr nicht folgen.
Sascha Liebermann
„Grundeinkommens-Fragen für die Bundestagswahl 2021“ – Was sagen die Grünen Kandidaten dazu?
Wir haben bei @ToniHofreiter nachgefragt:
„Was findest Du in der Diskussion um das Grundeinkommen am spannendsten?“
…diese und viele weitere Antworten auf unsere Fragen findest du auf:https://t.co/VH93GxXfgW#grundeinkommen #bge #btw21 #grünesbge_wirfragennach pic.twitter.com/c7zope4Z7N
— Grünes Grundeinkommen (@Gruenes_GE) April 7, 2021
„Das BGE übernimmt die Funktion, die heute der Freibetrag in der Einkommensteuer hat“…
Das #BGE übernimmt die Funktion, die heute der Freibetrag in der Einkommensteuer hat:
Es tastet den Einkommenssockel nicht an, weil ihn ohnehin alle brauchen.
Dann kann man Erwerb ab dem 1.€ statt dem 10.000€ (p.a.) besteuern.
Denn der Sockel (=BGE) ist schon unangetastet.
— BGE Eisenach (@bge_esa) March 31, 2021
…ein einfacher Sachverhalt, den sich all jene vor Augen führen sollten, die allzu schnell davon reden, dass viele ein BGE gar nicht „brauchen“ (siehe auch hier). Das Existenzminimum, das die politische Gemeinschaft zu sichern hat, fragt nicht danach, ob es jemand braucht, er erhält es einfach, ob er will oder nicht, darüber scheinen sich manche nicht im Klaren zu sein. Strittig sind die Höhe und die Modalitäten, die heute dafür gelten, der Grundsatz nicht.
Sascha Liebermann
„THIS is why Pittsburgh joined with @MichaelDTubbs program to create a guaranteed income…“
THIS is why Pittsburgh joined with @MichaelDTubbs program to create a guaranteed income program. Funds did not go to vices, they went to rent, utilities, mortgages, etc. Employment did not go down, it went up, as people were given opportunity. Now over 40 cities. @mayorsforagi https://t.co/tAzkItkO2j
— bill peduto (@billpeduto) March 18, 2021
„Was tun gegen Armut?“ – Cash-Transfer ist wirksamer als Sanktionen, über diese bescheidenen Einsichten…
…berichtet Stephan Kaufmann in neues deutschland, Hintergrund sind die Entscheidungen über ein umfangreiches Konjunkturpaket in den USA, zu dem auch Einmalzahlungen an Haushalte und erhöhte Arbeitslosenhilfe gehören. Berichtenswert erscheinen solche Befunde bloß wegen der verbreiteten Vorurteile, die anderes behaupten, aber auch wegen begrifflicher Unschärfen in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Dass die sogenannte Arbeitslosen- bzw. Armutsfalle ein recht voraussetzungsvolles Theorem ist, hat Ronald Gebauer schon vor längerem dargelegt. Weitere Studien in diesem Zusammenhang z. B.:
„Zur Kritik des Armutsfallentheorems“ (Ronald Gebauer und Hanna Petschauer)
„Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-Reform“ (Georg Vobruba und Sonja Fehr)
„Fordern statt Fördern? – Nein! Wege aus Arbeitslosigkeit und Armut erleichtern“ (Ronald Gebauer)
Siehe auch „Wer wissen will, ob und wie ein Grundeinkommen die Gesellschaft verändert, der muss es einführen„.
Wie simpel Herleitungen für die Behauptung sinkender „Arbeitsanreize“ gestrickt sind, habe ich einmal versucht deutlich zu machen: „…da geht das Arbeitsangebot zurück…“. Schon das Schlagwort „Anreiz“ (zu methodischen Beschränkungen, siehe hier) ist für das Verstehen von Handeln unterbestimmt und verkürzt Zusammenhänge erheblich.
Sascha Liebermann
„A guaranteed income is not radical, it is consistent with the values of our nation“ – Michael Tubbs – true for any western democracy
A guaranteed income is not radical, it is consistent with the values of our nation: opportunity for all people and having a government that works for everyone. Great talking @mehdirhasan @MehdiHasanShow pic.twitter.com/VP2aC4nYj6
— Michael Tubbs (@MichaelDTubbs) April 1, 2021
Siehe hierzu auch unsere früheren Beiträge hier.
Sascha Liebermann
„Existenzsicherung neu denken – Hartz IV überwinden“ – mit „Ermutigung und Respekt“ und den notorischen „Anreizen“…
Spannender Vorschlag der @diakonie!
„Existenzsicherung neu denken– „Hartz IV“ überwinden“, insbesondere der Vorschlag für ein #Existenzgeld, das als #Sozialdividende ausgezahlt werden soll, bei dem dann aber die eigenen Einkommen stärker besteuert werden:https://t.co/giN7GEZkix— Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (@W_SK) March 29, 2021
… auf die kann der Vorschlag der Diakonie Deutschland, wie so viele Vorschläge, nicht verzichten. Dabei verkehrt die Rede von „Anreizen“ gerade das Ziel, das ebenfalls in der Stellungnahme formuliert ist: Ermutigung. Hier hätte durchaus ganz nüchtern von wirklicher Beratung die Rede sein können, denn eine solche ist immer auch ermutigend, weil sie sich auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Klienten bezieht und nicht auf abstrakte Ziele, die für ihn nicht relevant sind. Eine solche Beratung setzt auf die wie stark auch immer eingeschränkte Autonomie – das tut auch diese Stellungnahme. Deswegen wird diesbezüglich auch von einem Arbeitsbündnis gesprochen (siehe auch hier). Was Klienten nicht benötigen, ist die großzügig wohlmeinende Geste derer, die meinen, ihnen etwas Gutes zu tun, noch verbunden mit erzieherischen Anliegen.
Die Diakonie hatte in den letzten Jahren verschiedene Veranstaltungen zur Diskussion um Bedingungsloses Grundeinkommen organisiert, siehe hier.
Sascha Liebermann
„Der Regelsatz-Skandal“ – Ronald Blaschke über die Ermittlung der Regelbedarfe…
…für die Grundsicherungen. Hier geht es zum Beitrag auf der Seite des Netzwerk Grundeinkommen.
