„Ich bin fleissig, du bist faul“ – ein Interview mit Philip Kovce…

…das vor kurzem bei Zeit Online erschienen ist. Anlass ist das Erscheinen des von ihm mitherausgegebenen Sammelbandes über „Bedingungsloses Grundeinkommen“ bei Suhrkamp. An einer Stelle antwortet Kovce auf die Bemerkung, dass Menschen über sich selbst häufig anders denken als über andere:

„Kovce: Ja, es ist paradox. Die Unterstellung lautet: Ich bin fleißig, du bist faul. Ich weiß, worauf es ankommt, die anderen nicht. Dieses gespaltene Menschenbild ist insofern absurd, als Demokratie und Marktwirtschaft längst auf anderen Fundamenten ruhen. Demokratie lebt vom Vertrauen in die Mündigkeit der anderen, Marktwirtschaft vom Vertrauen in die Fähigkeit der anderen. Das Grundeinkommen würde die Grundlage dieser Zusammenarbeit sichern.“

Siehe auch „Sozialstaat: ‚Das bedingungslose Grundeinkommen macht nicht faul'“, Interview mit Theo Wehner und Sascha Lieberman auf Zeit Online und zum Zusammenhang von Demokratie und BGE hier.

Sascha Liebermann

Wieviel Geld haben Studenten im Monat im Schnitt zur Verfügung – Hinweise auf die Höhe eines Grundeinkommens…

…darauf weist ein Beitrag auf Zeit Online hin und macht deutlich, wie nah dieser Betrag an der bislang häufig diskutierten Grenze eines Bedingungslosen Grundeinkommens von 1100 Euro liegt. Die Studie nennt 918 Euro als den Betrag, den Studenten durchschnittlich zur Verfügung hatten in 2016. Vergleiche dazu die durchschnittlichen Altersrenten bis 2017 nach Zugangsjahr.

„Der Grundgedanke des Projektes ist die Freiwilligkeit“ – inwiefern ist das beim „solidarischen Grundeinkommen“ der Fall…

…diese Frage wirft ein Interview mit Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auf, dass anlässlich des Projektstarts auf Zeit Online veröffentlicht wurde. Schupp stellt differenziert das Vorhaben in Berlin dar und weist auf Eigenheiten im Unterschied zu früher eingerichteten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder 1-Euro-Jobs hin. An einer Stelle irritiert, dass er die Frewilligkeit der Teilnahme am Projekt heraushebt:

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„Deutsche Illusionen“ – ein Blick auf Europa von Ralf Dahrendorf…

…im Jahr 2005 in einem Interview, das auf Zeit Online noch zugänglich ist. Angesichts des letzten Wahlkampfes zur Europawahl in Deutschland wirkt das Interview beinahe wie aus der Zeit gefallen und macht zugleich Beschränkungen der Diskussion über die Europäische Union deutlich. Ob Dahrendorf sich heute wohl des Einwands erwehren müsste, er verbreite anti-europäisches Gedankengut?

Auf ein garantiertes Mindesteinkommen kommt er ebenfalls zu sprechen, für das er große Sympathien hatte, bei ihm wäre es wohl der einzige Boden, der eingezogen würde.

Sascha Liebermann

„Flexibilität und Feierarbendbier“ – einen Einblick in das Verhältnis zu Arbeitszeiten in Schweden…

…gibt Ricarda Richter in ihrem Beitrag auf Zeit Online. Das Phänomen des Präsenzzeigens am Arbeitsplatz ist auch in anderen Ländern bekannt, in den USA wird das face-time genannt. Mit produktivem Tätigsein am Arbeitsplatz hat das nichts zu tun und auch von der Schweiz hörte man vor Jahren, wie wichtig es sei, „da“ zu sein am Arbeitsplatz. Was hat das mit Leistung zu tun? Wenig. Und mit sozialer Kontrolle? Viel.

Sascha Liebermann

„Ich bin ein Fan des bedingungslosen Grundeinkommens“ – auf der Suche…

…das vermittelt der Beitrag über „Jan, 32, […] promovierter Physiker“ auf Zeit Online. Jemand versucht seinen Weg zu gehen, von dem er selbst nicht ohne Zweifel spricht. Sicher lässt sich einwenden, dass es sich um eine Ausnahme handelt, vielleicht ist es gerade deswegen eine Provokation, so zu leben, wie „Jan“ es tut. Doch zugleich wird deutlich, dass er danach strebt, etwas zu tun, mit dem er in Übereinstimmung ist. Möglich ist das nur, wenn ein Gemeinwesen das zulässt, bereit ist, dafür einzustehen – genau das ist die Frage, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen stellt. „Wenn das alle tun würden…“, der naheliegende Einwand drängt sich auf, doch wollen das denn alle, kann davon ausgegangen werden, dass aus der Ausnahme die Regel werden würde? Unwahrscheinlich.

Sascha Liebermann