Den hatte ich sogar schon einmal kommentiert: https://t.co/jLTIVFrc03
— Sascha Liebermann (@SaschaLieberman) January 24, 2020
Leiharbeit einmal anders betrachtet und die Voraussetzungen dazu
In seinem Beitrag „Aus der mal nicht eindeutigen Welt der Leiharbeit. In der Pflege. Oder: Wenn ausnahmsweise Arbeitgeber vor Leiharbeitern geschützt werden sollen“ schreibt Stefan Sell in seinem Blog Aktuelle Sozialpolitik über einen anderen Blick auf Leiharbeit und macht auf ein interessantes Phänomen aufmerksam. Die viel gescholtene Leiharbeit hat auch andere Seiten, Leiharbeit ist nicht Leiharbeit. Hier exemplarisch eine Passage:
„Offensichtlich gibt es einige interessante Besonderheiten der Inanspruchnahme von Leiharbeit in der Pflege. Und die bestehen nicht nur darin, dass es anscheinend für einige Pflegekräfte attraktiver ist, statt einer Festanstellung beispielsweise in einem Pflegeheim eine Tätigkeit in der Leiharbeit vorzuziehen. Letztendlich können die Leiharbeitskräfte in der Pflege – anders als in anderen, „klassischen“ Einsatzbereichen der Arbeitnehmerüberlassung, wo sie als hoch flexible Randbelegschaft, die man jederzeit entsorgen kann -, von einem besonders ausgeprägten Ungleichgewicht zuungunsten der Arbeitgeber profitieren, denn der eklatante Personalmangel führt dazu, dass man hier auf die Leiharbeitskräfte zur Aufrechterhaltung des Normalbetriebs angewiesen ist, weil man keine oder zu wenige Arbeitskräfte für die „normale“ Beschäftigung findet, aber aufgrund der Personalvorgaben gezwungen ist, beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Pflegefachkräften vorzuhalten. Dazu bereits der Beitrag „Gute Leiharbeit“? Zur medialen und tatsächlichen Bedeutung der Leiharbeit in der Kranken- und Altenpflege vom 23. September 2019.“
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„Lessons from the Finnish basic income trial“…
…eine Veranstaltung am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), am 28. Januar. Teilnehmen werden Olli Kangas (University of Turku, Finnland, Leiter des Forschungsteams zum damaligen Experiment), Michael C. Burda (Professor, Wirtschaftswissenschaften, Humboldt Universität Berlin) und Jürgen Schupp (DIW, FU Berlin).
Die Berichterstattung zum damaligen Experiment war nicht gerade von Nüchternheit geprägt, daran ließ sich gut ablesen, worum es beim Grundeinkommen geht, um’s Ganze.
Unsere Beiträge zu Feldexperimenten finden Sie hier.
Sascha Liebermann
„Unbezahlte Arbeit“ messen – ohne das Beziehungsgefüge zu erfassen
Jüngst wurde in den Medien, hier z. B. in der Tagesschau, über die Oxfam-Studie zu sozialer Ungleichheit weltweit berichtet. Darin ging es auch um den Umfang „unbezahlter Arbeit“, der täglich geleistet werde, laut Studie habe er ein Volumen von 12 Mrd. Stunden pro Tag weltweit. Geleistet werden sie überwiegend von Frauen und Mädchen. Das ist nicht überraschend, denn wer die Zeitverwendungsstudien des Statistischen Bundesamtes kennt, ist über die Lage für Deutschland gut informiert. Nach den letzten Erhebungen 2013 (hier ausführlicher) ist der Umfang unbezahlter Arbeit ein Viertel höher als der bezahlter. In der Studie von 2002 war der Unterschied noch etwas stärker.
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„It’s wrong to tell someone without boots that they pull themselves up by their bootstraps“
It’s wrong to tell someone without boots that if they pull themselves up by their bootstraps, they can go get a job so they can buy some boots. UBI is money that enables ALL work. It’s bootstraps for all. It’s economic JUSTICE. It’s long overdue. #MLKDaypic.twitter.com/iUgEQTo30E
— Scott Santens (@scottsantens) January 20, 2020
Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Familie und Kinder als Übel
In der Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung heißt es:
„Ein aktuelles Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegeben wurde, zeigt: Die Erwerbsquote der Mütter steigt je nach Szenario um zwei bis sechs Prozent. Mütter, die bereits erwerbstätig sind, erhöhen infolge der Reform ihre Arbeitszeit. Davon profitieren einerseits die Mütter und die Familien selbst,“ – zwar ist man einerseits etwas irritiert, wie denn die Erhöhung der Arbeitszeit den Familien nutzen kann, aber andererseits doch erfreut. – Wie geht es weiter?
„da ihr Bruttoeinkommen steigt.“
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„Elon would pay more into the system, which he’s totally cool with“
.@AndrewYang says yes, even his friend @elonmusk would get $1,000/month – but adds that if he were president, „Elon would pay more into the system, which he’s totally cool with.“
— Elizabeth Landers (@ElizLanders) 20. Januar 2020
„Ganztagsbetreuung könnte Steuereinnahmen erhöhen“ – und was bedeutet das für das Familienleben?
Heike Schmoll berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegeben wurde.
Dass dem Bundesministerium an einer solchen Rechnung gelegen ist, kann einen nicht überraschen (Oxfam sieht das ja offenbar ähnlich). Wie wäre es aber, zu dieser Berechnung eine Gegenrechnung aufzumachen und beide zu vergleichen?
1) Aufzurechnen im strikten Sinne, das geht natürlich nicht. Wie aber wäre es, wenn Kinder erst dann den Kindergarten besuchen, wenn sie selbst die Bereitschaft dazu artikulieren, weil das etwas mit ihrem Wohlbefinden zu tun hat? Das hätte nicht nur Vorteile für die Kinder, weil sie reifer wären, es würde sich auch auf die Einrichtungen auswirken, die nicht damit beschäftigt wären, die Trennungserfahrungen und -ängste der Kinder auffangen zu müssen. Würden wir so auf die Sache blicken, dann müssten wir eher institutionelle Frühförderung zurückfahren und Eltern darin bestärken bzw. unterstützen, dass Kinder Zeit für ihre Entwicklung brauchen in einem Schonraum, der ihnen diese Zeit gibt.
„Geld für alle – mit Gottes Segen? (Podiumsgespräch)“ in der Karl Rahner Akademie Köln…
…Diskutanten sind Winfried Gather, KAB Mitglied und ehemaliger Diözesansekretär (pro) und Ursula Nothelle-Wildfeuer, Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (contra). Weitere Informationen finden Sie hier.
Siehe frühere Beiträge zu Äußerungen Frau Nothelle-Wildfeuers hier, zur einseitigen Auslegung des Subsidiaritätsgedankens hier und hier.
Sascha Liebermann
„All you need is trust! Results from the Finnish basic income experiment“…
…ein Beitrag von Olli Kangas im IPR-Blog der University of Bath.
