…schreibt Der Postillon.
Systemfrage gestellt, umschifft und was folgt daraus?
Stefan Sell hat sich in zwei Beiträgen zum einen mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, zum anderen mit der medialen Kommentierung befasst. Zum ersten Beitrag lautet sein Fazit:
„Fazit: Das höchste Gericht hat ein Urteil gefällt, dass die Systemfrage einerseits erkennbar umschifft, also die Letztfrage der Bedingungslosigkeit eines existenziellen Minimums. Auf der anderen Seite hat es die Systemfrage eindeutig geklärt, denn im bestehenden System der bedürftigkeitsabhängigen Sozialhilfe darf der Staat ein Sub-Existenzminimum installieren. Für viele Menschen wird es pragmatisch nun darum gehen müssen, dass das, was in den Jobcentern passiert, rechtlich möglichst klar normiert und zugleich eine zivilgesellschaftliche Anwaltsfunktion installiert wird, die Hilfestellung leisten kann, wenn man im letzten Außenposten unseres Sozialstaates unter die Räder kommt.“
Das Urteil besagt aber lediglich, dass der Gesetzgeber Sanktionen einsetzen darf, sie folgen aber keineswegs aus dem Grundgesetz. Es bleibt darüber hinaus der Widerspruch zwischen der Würde nach Artikel 1 GG, die unverfügbar ist – wie es das Existenzminimum sein sollte – und doch zugleich verfügbar ist. Erst wenn das Existenzminimum bedingungslos gilt, gilt die Würde bedingungslos. Was es dazu braucht? Nur eines: ein entsprechendes Grundeinkommen.
Sascha Liebermann
Whoopi Goldberg supports Andrew Yang and Universal Basic Income
There is no going back for @WhoopiGoldberg. She is full on #YangGang now and using her celebrity to push the idea of universal basic income at the events she attends. Here’s her with @RuPaul at #DragCon Yanging the audience and reminding them all to vote.pic.twitter.com/Wf99ei2mk6
— Scott Santens (@scottsantens) 6. Oktober 2019
„Meine Renteninformation“ – Hashtag bei Twitter
„Wissenschaft und Politik bitte streng trennen!“…
…Philip Kovce im Deutschlandfunk zu einer alten, häufig missverstandenen, aber deswegen nicht weniger relevanten Frage ganz im Geiste Max Webers (siehe auch hier).
„Demokratie und Sozialstaat gehören zusammen“ – aber wie genau?
Diese Deutung, die wir mit unseren Stellungnahmen schon lange vertreten, äußert Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung anlässlich des Urteils des Bundesverfassungsgerichts, dem er vorhält, eine Chance verpasst zu haben. Prantl schreibt unter anderem:
„Das war und ist aber ein grober Irrtum, denn bei der Hilfe für Menschen, die nicht genug Arbeit oder genug Arbeitslohn zum Leben haben, geht es um die Konkretisierung von Artikel 1 Grundgesetz. Und dort steht nicht, dass die Würde der Banken, sondern dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Dazu passt es nicht, dass Hartz IV die Schuld an der Arbeitslosigkeit an diejenigen abschiebt, die arbeitslos sind. Dazu passt es nicht, dass die Hartz-IV-Gesetze die Arbeitslosen kontrollieren und sanktionieren und mit Unterstützungsleistungen unglaublich knausern. Dazu passt es nicht, dass Hartz IV, trotz Mindestlohn, hilft, die Löhne zu drücken.“
„Demokratie und Sozialstaat gehören zusammen“ – aber wie genau? weiterlesen
„Aus Respekt vor der Lebensleistung“? – Eine Verhöhnung all derer, die unter der Beitragszeit liegen…
Die #Grundrente kommt – ohne Antrag und ohne Bedürftigkeitsprüfung!
Bis zu 1,5 Millionen RentnerInnen – vor allem Frauen und Ostdeutsche – werden profitieren.
Alle Infos hier: https://t.co/i1dX5aoDll
— SPD Parteivorstand (@spdde) 11. November 2019
…das ist die „Grundrente“, von „Respekt“ kann keine Rede sein.
Sascha Liebermann
Tacheles e.V. zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Tacheles e.V.: Folgen aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Sanktionen
Wir fassen mit diesem Papier die relevanten unmittelbaren zu beachtenden Folgen und Ergebnisse, die sich aus dem Urteil des… https://t.co/fe5OyggA75
— Harald Thomé (@hatho05) November 10, 2019
„Wir haben unser Ermessen immer zugunsten der Hilfebedürftigen ausgelegt“…
…in einem Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesarbeitsagentur für Arbeit, Detlef Scheele, im Deutschlandfunk wird deutlich, wie der Gesetzgeber die Handlungsspielräume der Bundesagentur und der Jobcenter absteckt und dass manche Kritik an die falsche Adresse gerichtet wird.
Scheele hat sich auch schon zum Bedingungslosen Grundeinkommen geäußert, siehe hier, weitere Beiträge zu Äußerungen von ihm finden Sie hier.
Sascha Liebermann
Plenarprotokoll zur Debatte im Deutschen Bundestag über Hartz IV…
…vom Mittwoch, den 7. November. Das Plenarprotokoll finden Sie hier. Ab S. 15322 geht es um Hartz IV.
